Die Kunstwerke Gerhard Richters im Albertinum
Das Gerhard Richter Archiv betreut die zwei Sammlungsräume des Künstlers im zweiten Obergeschoss des Albertinum. Die aktuelle Sammlungspräsentation hat Gerhard Richter im Herbst 2025 in Vorbereitung auf die Sonderausstellung “20 Jahre Gerhard Richter Archiv. Werke Materialien, Kuriosa” selbst kuratiert.
Im ersten Raum widmet er sich dem Portrait als eine wichtige Gattung in seinem Werk. Dabei stehen die 48 Portraits im Zentrum, die er 1971 und 1972 für die Biennale in Venedig gemalt hatte. In Dresden wird die Fotofassung dieser mehrteiligen und raumgreifenden Arbeit ausgestellt. Die originalen Gemälde sind im Bestand des Kölner Museum Ludwig und sind bis Anfang März noch in der Gerhard Richter Ausstellung in der Fondation Louis Vuitton in Paris zu sehen. In Dresden kombiniert Richter die Portraits, die er nach Schwarzweißfotografien aus verschiedenen Lexika der 1950er Jahre abmalte mit den Portraits Tante Marianne (Fotofassung zu 87), dem Portrait Dr. Knobloch (41), dem frühen fotorealistischen Gemälde Sekretärin (14) und der Edition Frau mit Kind. Mit der 20teilige Arbeit 180 Farben (301/1-20) aus dem Jahr 1972 bricht er mit dem Schwarzweiß der Portraits und erhebt die Farbe zum Thema seiner Malerei. Die 9 Stehenden Scheiben, eine der größten Glasarbeiten des Künstlers, befindet sich in der Mitte des Ausstellungsraumes. Die neun mit Abstand hintereinander stehenden Gläser schreiben dem Raum neue Sehmöglichkeiten ein. Besuchende, die die Installation umlaufen erblicken in der Reflexionen in den Scheiben neue Bildkombinationen. Gerhard Richter hinterfragt mit dieser Arbeit und der Raumkomposition das Sehen und zeigt einmal mehr auf, wie abhängig das Sehen von den Betrachtenden ist.
Im zweiten Raum gibt der Künstler Einblick in verschiedene Bereiche seiner Malerei Graue Bilder, Landschaften, Abstrakte Bilder und ein Streifenbild zeigen die Vielfalt seines künstlerischen Oeuvres, welches sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckt. Besonders hervorzuheben ist das Gemälde Wolke (411), welches als Leihgabe aus Privatbesitz noch bis Frühjahr 2026 im Albertinum zu sehen ist.